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Der Eulenspiegelturm

Ein besonders Baudenkmal von Schloss Bernburg ist der mächtige Eulenspiegelturm. In der 22. Historie des Eulenspiegelbuches von Hermann Bote (um 1450 bis 1520) wird berichtet, dass Till als Turmbläser in den Diensten des Grafen von Anhalt stand. Er ist still wenn Feinde kommen und ruft lauthals "Feindio!" ohne drohende Gefahr. So erschleicht er sich eine Mahlzeit an der fürstlich gedeckten Tafel. Eulenspiegel saß also offenbar vor mehr als 600 Jahren auf dem Eulenspiegelturm und hielt nach Feinden Ausschau. Der mächtige "keulichte" Turm des Bernburger Schlosses stammt aus dem späten 12. Jahrhundert. Mit seinen 3 Meter starken Mauern war der Bergfried ein letzter sicherer Rückzugsort der mittelalterlichen Burg. Aus 44 Metern Höhe bot sich dem Turmwächter ein weiter Blick. Seit Jahrhunderten ist der Eulenspiegelturm ein Wahrzeichen des Bernburger Landes.
Wenngleich verschiedentlich Eulenspiegels Aufenthalt in Bernburg bezweifelt wurde, trug schon im Jahre 1640 der runde Bergfried seinen Namen. Im damals niedergeschriebenen Salbuch, einem sorgfältig geführten Amts- und Wirtschaftsbuch der Schlossherrschaft, heißt es nach einer Darstellung des langen Hauses weiter: "Vor der letzten Stuben im dritten Geschoß gehet morgenwärts ein Gang auf den großen runden Turm, welcher der Eulenspiegel genannt wird, weil derselbe einstmals Türmer droben gewesen". Am 8. Mai 1641 schrieb Fürst Christian II. (1599bis 1656) in sein Tagebuch, dass hohe kaiserliche Offiziere nach gehaltenem Gespräch auf den Eulenspiegel gingen, um sich besser umzusehen. Die frühe Verknüpfung von Bergfried und Eulenspiegelfigur in den Jahren 1640 und 1641 deutet auf eine wohl schon zu jener Zeit bestandene Volkstümlichkeit und Beliebtheit des Helden im Bernburgischen hin.
Der Bergfried ist eine Station auf der Straße der Romanik. Er wird von Museum Schloss Bernburg betreut und ist für Besucher zugänglich. Diese werden in der historischen Türmerstube von einer sprechenden und beweglichen Eulenspiegel-Figur begrüßt, die Tills Erlebnisse in Bernburg erzählt.

       

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